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Tipps, wie Sie ein professionelles Voice-over aufnehmen

Ein gutes Voice-over aufnehmen ist nicht schwer. Dennoch findet man im Netz unzählige Videos mit lieblosen und teilweise...

Jeder kann ein professionelles Voice-over aufnehmen.

Ein gutes Voice-over aufnehmen ist nicht schwer. Dennoch findet man im Netz unzählige Videos mit lieblosen und teilweise unverständlichen Sprecherkommentaren. Dabei spielen Ton und Tonqualität für das Publikum eine enorm wichtige Rolle – auch bei audiovisuellen Inhalten. Ein paar Beispiele:

Es lohnt sich, gerade bei Schulungsvideos, Tutorials, Screencasts usw. für einen guten Sound zu sorgen. Wir erklären Ihnen, wie Sie mit wenig Aufwand ein professionelles Voice-over aufnehmen, welches Equipment Sie dafür brauchen und worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihre Videos nachvertonen.

Videos nachvertonen muss nicht kompliziert sein.

Zum guten Ton gehören: ein Mikro und ein Audioprogramm

Wenn Sie denken, die Nachvertonung von Videos sei nur etwas für Technikfreaks und Profis, dann liegen Sie falsch. Einen professionell klingenden Sprecherkommentar am PC aufzunehmen ist erstaunlich einfach. Sie brauchen nur zwei Dinge: ein Mikro und ein Audioprogramm.

Das Mikro

Im Prinzip können Sie jedes externe Mikro verwenden, doch natürlich erzeugen die besseren Mikrofone in der Regel auch die besseren Aufnahmen.. Es gibt sehr viele verschiedene Modelle, die Preisspanne ist groß.

Das richtige Mikrofon ist wichtig für ein gutes Voice-over.

Für den Anfang sollten Sie zu einem USB-Mikrofon oder Headset greifen. Der Vorteil: Sie können es einfach an den PC anschließen und direkt loslegen. Die Einsteigermodelle liegen preislich bei 30 € bis 120 €.

Besorgen Sie sich ein passendes Stativ, damit Sie die Hände frei haben. Gönnen Sie sich auch einen Pop-Schutz. Dieser verhindert, dass bei der Aussprache von harten Konsonanten Verzerrungen entstehen, die die Tonqualität beeinträchtigen. Sehr praktisch: Bei Modellen wie dem Studio-Pro von Auna sind Stativ und Pop-Schutz integriert. Und wenn Sie später aufrüsten und etwas mehr Geld für ein höherwertiges Mikrofon in die Hand nehmen wollen: In diesem Vergleichstest von TechSmith finden Sie nicht nur viele wertvolle Tipps zur Wahl des passenden Mikros, sondern auch Soundbeispiele.

Die Software

Auch bei der Audiosoftware haben Sie die Qual der Wahl. Ein Tool, das sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit erfreut, ist Audacity. Die Open-Source-Software ist kostenlos und auch für Einsteiger leicht zu bedienen. Sie bietet eine Fülle von Optionen zum Aufnehmen und Bearbeiten von Audiodateien. Dank der großen Fangemeinde findet man außerdem jede Menge Tipps und Tutorials im Netz.

Ideal zum Aufnehmen von Voice-overs ist auch Camtasia. Mit diesem Programm können Sie sowohl Videos als auch Sounddateien aufnehmen und bearbeiten. Um ein Voice-over einzusprechen, wählen Sie die Funktion „Gesprochener Kommentar”. So können Sie sich Ihr Video ansehen und parallel dazu den Kommentar aufnehmen – mit ein- und demselben Programm. Ein weiterer Vorteil: Sie sparen Zeit bei der Nachbearbeitung, weil Sie die Audiodatei nicht erst in Ihr Video-Schnittprogramm importieren müssen.

In 5 Schritten zum ersten professionellen Voice-over

Was macht ein gutes Voice-over aus? Bei einem Vortrag ist es so: Der Inhalt kann noch so gut sein – wenn es der Redner nicht schafft, sein Publikum mitzureißen, geht das Gesagte meist unter. Beim Voice-over verhält es sich ähnlich: Es kommt nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern auch, wie es gesagt wird. Wir führen Sie in 5 Schritten zu Ihrem ersten Voice-over und zeigen Ihnen, was Sie sich dabei von den Ton- und Synchronsprofis abgucken können.

1. Greifen Sie zum Skript

Bringen Sie das, was Sie sagen wollen, auf den Punkt und schreiben Sie es auf. Klar: leichter gesagt als getan. Überlegen Sie sich zunächst, wer Ihre Zuhörer sein werden. Welches Wissen können Sie bei ihnen voraussetzen? Was sollen Ihre Zuhörer kennen oder können, nachdem Sie Ihr Video gesehen haben? Je klarer Sie diese Fragen für sich beantworten, desto leichter wird es Ihnen fallen, Ihr Skript zu schreiben.

Entwickeln Sie ein Skript vor der Nachvertonung Ihrer Videos.

Ob Sie sich nur Stichpunkte notieren oder Ihre Sätze schriftlich ausformulieren, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig ist nur, dass Sie wissen, was Sie sagen wollen und sich bei der Aufnahme nicht verhaspeln. Wenn Sie ganze Sätze aufschreiben: Achten Sie darauf, dass diese weder zu kurz noch zu lang sind. Ein gutes Maß dafür ist die Regel „Ein Gedanke, ein Satz”. Weitere Tipps für ein gutes Skript finden Sie hier.

2. Ruhe bitte!

Suchen Sie sich einen möglichst ruhigen Ort. Viele elektronische Geräte geben ein Betriebsgeräusch von sich, das unsere Ohren kaum noch wahrnehmen. Die Qualität Ihrer Aufnahme kann dadurch beeinträchtigen werden. Wenn Sie gezwungenermaßen in Ihrem Büro aufnehmen, prüfen Sie die Raumakustik, indem Sie in die Hände klatschen. Klingt der Raum „trocken” oder hallt es? Die Hörspiel- und Podcast-Community liefert im Netz jede Menge kreativer Ideen, wie man mit einfachen Mitteln für weniger Hall sorgt. Manche nehmen grundsätzlich mit einer Decke über dem Kopf auf – kein Witz!

Ein ruhiger Aufnahmeort erleichtert später die Tonbearbeitung Ihrer Videos.

Wenn Sie ein Mikro benutzen, achten Sie darauf, es richtig zu positionieren. Auch wenn man es aus dem Fernsehen anders kennt: Sprechen Sie nicht von oben in das Mikro hinein, sondern über den Mikrofonkopf hinweg. Stellen Sie es in einer Entfernung von ca. 15 bis 20 cm zu Ihrem Mund und etwas tiefer als Kinnhöhe auf.

3. Der Soundcheck

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, die Aufnahmelautstärke in Ihrem Audioprogramm richtig einzustellen. Idealerweise sollten Sie mit Ihrer Stimme zwischen -20 und -10 db erreichen. Der maximale Ausschlag sollte bei -6 db liegen. Wenn Sie über 0 db gehen, kommt es zur Übersteuerung. Das Gute ist: Sie müssen sich nichts davon merken! Audioprogramme wie Audacity oder Adobe Audition zeigen Ihnen mit Ampelfarben an, ob der Pegel sich im grünen Bereich befindet und ab wann es kritisch wird.

Audioprogramme machen die Aussteuerung Ihres Voice-overs zum Kinderspiel.

Achten Sie darauf, dass der Mikrofonsound während der Aufnahme deaktiviert ist: Sollte die Option „Software durchschleifen“ in Audacity angewählt sein, entfernen sie das Häkchen. Ansonsten verstärkt sich die Aufnahme ins Unermessliche, und es gibt eine unangenehme Rückkopplung.

Bevor es ernst wird …

Machen Sie einen Probedurchlauf mit einer kurzen Sequenz. Funktionieren Mikro und Software einwandfrei und sind alle Einstellungen korrekt? Hören Sie sich das Probeaufnahme unbedingt mit einem Kopfhörer an! Nur so können Sie die Audioqualität der Aufnahme richtig einschätzen.

Noch ein Profi-Tipp vor dem Start: Nehmen Sie ein paar Sekunden Stille auf, das hilft Ihnen später bei der Tonbearbeitung für das Video. Und los geht’s!

4. Achtung, Klappe! – Die Aufnahme

Haben Sie Ihr Mikro zur Hand, das Audioprogramm geöffnet und das Skript griffbereit? Dann sind Sie startklar und können mit der Aufnahme beginnen. Jetzt sind Ihre Qualitäten als Sprecher gefragt! Von Moderatoren und Synchronprofis können Sie sich ein paar hilfreiche Strategien abgucken:

  • Sprechen Sie deutlich und machen Sie Pausen. Ihre Zuhörer folgen sowohl Ihrem Kommentar als auch dem Geschehen auf dem Bildschirm. Geben Sie Ihnen ausreichend Zeit, diese Informationen zu verarbeiten.
  • Variieren Sie Sprachmelodie und Sprechtempo. Ein einfacher Trick ist, das Gesagte durch Mimik und Gesten zu unterstreichen. Auch wenn Ihr Publikum Sie nicht sehen kann, werden sie den Unterschied hören. Ihr Vortrag wird dadurch lebendiger!
  • Bei Patzern einfach die letzten Sätze wiederholen. Sie haben sich versprochen oder trotz Skript den Faden verloren? Das ist nicht weiter tragisch. Holen Sie kurz Luft und setzen Sie einfach kurz vor der Stelle wieder ein. Den Patzer schneiden Sie später raus.

Wenn es Ihnen schwerfällt, den Klang Ihrer eigenen Stimme zu ertragen: Das geht selbst den Profis am Anfang so. Man gewöhnt sich daran! Je häufiger Sie sich selbst zuhören, desto schneller werden Sie sich mit dem Klang Ihrer Stimme anfreunden.

5. Postproduktion

Sobald die Aufnahme im Kasten ist, geht es an den Feinschliff. Hier können Sie – Audiosoftware sei Dank! – mit wenigen Klicks überraschend gute Ergebnisse erzielen.  

Wählen Sie ein gutes Audioprogramm zur Bearbeitung Ihrer Voice-over-Aufnahme.
  • Schneiden Sie Pausen, Patzer und Atmer raus, indem Sie die Sequenzen markieren und löschen.
  • Entfernen Sie das Rauschen aus Ihrer Aufnahme. Bei Audacity heißt diese Option „Rausch-Verminderung”. Markieren Sie die Stille, die Sie zu Beginn aufgezeichnet haben, und lassen Sie Audacity das Rauschprofil ermitteln. Rufen Sie dann noch mal die Option Rausch-Verminderung auf und führen Sie „Schritt 2“ aus. Audacity wendet dann das Rauschprofil auf die gesamte Datei an.
  • Für Fortgeschrittene und Experimentierfreudige: Bearbeiten Sie Ihre Aufnahme mit Kompressor, Equalizer und dem Effekt „Normalisieren“, um den typischen Radiomoderator-Sound zu erzielen. Hier eine sehr kurze und knackige Anleitung dazu.

Wenn Sie Ihr Voice-over mit Camtasia aufgenommen haben, sind Ton und Bild automatisch synchron und Sie brauchen meistens nichts weiter zu tun. Wenn Sie den Ton mit einem Audioprogramm aufgenommen haben, müssen Sie die Datei in Ihr Schnittprogramm importieren und dann die Audio- und die Videospur synchronisieren.

Voilà! Fertig ist das erste Voice-over. Übrigens gibt es zwei Schulen, was die Reihenfolge von Audio- und Videoaufnahme angeht: Die Einen nehmen zuerst das Bild auf und machen das Voice-over mit dem Video vor Augen. Die Anderen machen es genau umgekehrt und stimmen Ihre Videosequenzen auf die Tonspur ab. Probieren Sie aus, womit Sie am besten klarkommen. Hauptsache, Sie sind mit Spaß dabei – dann sind es auch Ihre Zuhörer!

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