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Die Bedeutung von Frameraten in der Videoerstellung

Wer mit der Videoerstellung anfängt, hört bald technische Begriffe wie Framerate. Was genau ist die Framerate und welche Rolle...

Bild von einem Video Play Button - framerate

Wer mit der Videoerstellung anfängt, hört bald technische Begriffe wie Framerate. Was genau ist die Framerate und welche Rolle spielt sie?

Was ist die Framerate?

Kennen Sie aus Ihrer Kindheit noch das Daumenkino? Diese Art von Abblätterbüchern zeigte wie Animationen funktionieren. Jede Seite enthielt ein einzelnes Bild und wenn man die Seiten schnell blätterte, kamen die Szenen in Bewegung.

Im Prinzip funktioniert Video genauso. Alle Videos sind eine Serie von Stillbildern. Wenn diese Bilder in einer bestimmten Reihenfolge und Geschwindigkeit angeschaut werden, entsteht der Eindruck von Bewegung.

Die Framerate ist die Geschwindigkeit, mit der die Bilder gezeigt werden oder wie schnell Sie das Daumenkino blättern. Die Framerate wird in Frames pro Sekunde (FPS) gemessen. Jedes Bild ist ein Frame. Wenn ein Video mit 24 FPS aufgenommen und abgespielt wird (die normale Rate in einem Kinofilm), dann werden jede Sekunde 24 Stillbilder gezeigt. Die Geschwindigkeit, mit der die Bilder gezeigt werden, täuscht unser Gehirn, sodass flüssige Bewegung wahrgenommen wird.

Warum ist die Framerate wichtig?

Die Framerate beeinflusst, wie ein Video erlebt wird. Unterschiedliche Frameraten geben einen anderen Eindruck vom Video. Die Entscheidung für eine bestimmte Framerate hängt davon ab, wie realistisch das Video aussehen soll und ob Sie Techniken wie Zeitlupe oder Verwischeffekte benutzen wollen.

Filme werden normalerweise mit einer Framerate von 24 FPS abgespielt. Das entspricht in etwa unserem normalen Sehvermögen. Videos, die eine Live-Veranstaltung oder ein Sportereignis oder ein Videospiel zeigen, haben oft eine höhere Framerate. Das liegt daran, dass viele Dinge auf einmal passieren und bei einer höheren Framerate das Video flüssig abgespielt wird und alle Details gestochen scharf zu sehen sind. Wer aber beispielsweise animierte GIF-Dateien erstellt, wählt eine niedrigere Framerate und verzichtet auf die Detailschärfe zugunsten kleinerer Dateigröße.

Wie findet man die beste Framerate?

Es gibt keine optimale Framerate. Verschiedene Frameraten haben Auswirkungen auf das Ergebnis. Es kommt darauf an, welche Art von Video Sie erstellen wollen. Wählen Sie dann die passende Framerate. Auch wenn die Framerate ein relativ unkompliziertes Konzept ist, gibt es unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Welche Framerate das beste Videoerlebnis bietet, ist umstritten und auch Geschmacksache. Beachten Sie die folgenden vier Punkte bei der Wahl einer Framerate.

Stil/Realitätsnähe

Die Framerate eines Videos entscheidet, wie es aussieht und auf die Zuschauer wirkt. Unser natürliches Sehvermögen spielt dabei eine große Rolle. Wenn wir Bewegung sehen, beispielsweise wie jemand einen Ball wirft oder wie ein Auto vorbeifährt, dann sehen wir manches unscharf. Idealerweise sollte die gewählte Framerate diese natürliche Unschärfe berücksichtigen. Eine zu hohe Framerate bewirkt, dass alles unnatürlich aussieht und das Video hat einen gewissen „Soap Opera“-Effekt. Andererseits kann eine zu niedrige Framerate dazu führen, dass ein Video ruckelig abspielt und nicht besonders gut aussieht. Die folgenden typischen Alternativen sollen Ihnen helfen, die richtige Framerate für Ihr Video zu finden.

24 FPS – Das ist die Standardrate für Kinofilme und Fernsehshows. Es ist die niedrigste Framerate zur Aufnahme in einer Mindestgeschwindigkeit, die Bewegung im Video sieht aber noch realistisch aus. Auch Filme, die mit einer höheren Framerate aufgenommen werden, werden oft mit 24 FPS abgespielt. Die meisten Feature-Filme und Fernsehshows werden mit 24 FPS aufgenommen und auch mit dieser Framerate wiedergegeben.

30 FPS – Das ist auch heute noch die Standard-Framerate für Fernsehsendungen, obwohl manche Produzenten sich mehr an der Kinofilmrate von 24 FPS orientieren. Videos mit viel Bewegung, zum Beispiel bei Sportsendungen, sehen dank der zusätzlichen Frames besser aus. Die Entscheidung für 30 FPS hat mit Fernseh- und Elektrizitätsstandards zu tun, die schon vor längerer Zeit etabliert wurden. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lesen Sie diesen Artikel zur Bildfrequenz und den Abschnitt zu modernen Videostandards weiter unten in diesem Blog.

60+FPS – Aufnahmen mit mehr als 30 FPS werden hauptsächlich benutzt, um Slow-Motion-Videos zu erstellen oder Videospiele aufzunehmen.

Bewegung

Bei der Wahl der richtigen Framerate kommt es auf die Bewegung in Ihrem Video an. Das ist ganz einfach. Je mehr Bewegung in einem Video ist, desto höher sollten Sie die Framerate bei der Aufnahme setzen. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass Sie auch mit einer höheren Framerate produzieren, aber eine hohe Aufnahme-Framerate macht Ihr Video flüssiger und die Details kommen besser zur Geltung. Je höher die Framerate, desto mehr Flexiblität haben Sie bei der Bearbeitung. Hier einige typische Optionen:

24 FPS – Wie oben schon gesagt, ist das die Mindestgeschwindigkeit, mit der ein Video aufgenommen werden muss, um realistisch aussehende Bewegungsabläufe zu bekommen. Wenn Sie eine Szene mit sehr viel Aktivität mit 24 FPS aufnehmen, kann es sein, dass Sie eine Menge Bewegungsunschärfe sehen werden.

30 FPS – Mit sechs Frames mehr pro Sekunde als 24 FPS, sind auch bei viel Bewegung noch mehr Details sichtbar. Allerdings kann es sein, dass die Bewegungsabläufe nicht mehr so natürlich wirken und Sie den „Soap Opera“-Effekt erleben.

60+FPS – Mit mehr als 30 FPS sollten Sie nur aufnehmen, wenn Sie extrem bewegte Szenen filmen, beispielsweise Videospiele, Sportveranstaltungen oder Szenen, die Sie später in Zeitlupe zeigen wollen. Videospiele werden mit dieser Framerate aufgenommen, weil auf dem Bildschirm vieles gleichzeitig passiert und eine größere Anzahl von Frames bessere Bildqualität bringt. Sportler in Aktion werden auch mit einer hohen Framerate aufgenommen, um später die interessantesten Momente in guter Qualität in Zeitlupe zeigen zu können.

Weitergabe

Wo zeigen Sie Ihr Video? Auf YouTube oder in einer Fernsehsendung? Welche Geräte verwenden die Zuschauer, um Ihre Videos anzuschauen? Die Antworten auf diese Fragen bestimmen, welche Optionen Sie für die Framerate haben. Nicht alle Geräte und Weitergabemethoden unterstützen beliebige Frameraten. Recherchieren Sie das am besten schon vor der Aufnahme. Die beliebtesten Zielorte, wo die meisten Leute Videos anschauen, stellen wir jetzt kurz vor.

Streaming im Internet: Videos werden immer häufiger mit dieser Methode angeschaut und die meisten Streaming-Dienste unterstützen viele verschiedene Frameraten. Online scheint die Framerate für die Zuschauer nicht ganz so wichtig zu sein. Ältere Monitore oder Fernsehbildschirme können hohe Frameraten nicht gut anzeigen, weil sie eventuell noch keine Bildwiederholfrequenz haben.

Fernsehen: Wenn Sie Videos für Fernsehsendungen produzieren, sollten Sie bei 24 bis 30 FPS bleiben. So sieht das Video realistisch aus und entspricht den Erwartungen für Fernsehqualität. Live-Sendungen wie die Nachrichten oder Sport werden fast immer mit 30 FPS aufgenommen, andere Fernsehshows und Filme mit 24 FPS.

Filmprojektoren: Kinos und Projektoren sind immer noch beliebt, um Videos anzuschauen. Auch hier, wie bei Fernsehsendungen, sollte die Framerate auf 24 FPS bleiben. Das garantiert das richtige „Kinogefühl“ und Ihr Video wird mit den meisten Projektoren gut aussehen.

Dateigröße und Exportzeiten

Die letzten beiden zu berücksichtigenden Faktoren sind Dateigröße und Exportzeiten. Je größer die Framerate, desto mehr Bilder werden in jede Sekunde des Videos gepackt. Mehr Bilder bedeutet mehr zu verarbeitende Informationen. Mehr Informationen bedeuten größere Dateien und längere Exportzeiten. Das ist besonders wichtig zu wissen, wenn Sie Videos auf Online-Streaming-Sites wie YouTube, Vimeo oder Screencast hochladen. Höhere Videoqualität ist wünschenswert, aber größere Dateien brauchen bessere Internetverbindungen und Computer-Hardware. Zuschauer, die ältere Computer haben oder nicht die beste Internetverbindung haben, werden die Videos nicht gut anschauen können.

Zum Schluss

Die Wahl der Framerate muss gut überlegt sein und wenn Sie die oben aufgeführten vier Punkte bedenken, sollten Sie Erfolg haben. Falls Sie sich intensiver mit diesem Thema beschäftigen wollen und etwas experimentieren möchten, sollten Sie diese Site besuchen.

Hinweis des Editors: Dieser Artikel wurde im März 2017 veröffentlicht, aber jetzt aktualisiert und erweitert.

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