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Tipps, Trends und Strategien rund um die Wissensvermittlung mit visuellen Elementen und Videos

Illustrierte Schritt-für-Schritt Anleitungen erstellen

Manche Anleitungen sind ohne Illustrationen sehr schwer verständlich für die Leser. Wenn Sie visuelle Elemente in...

Manche Anleitungen sind ohne Illustrationen sehr schwer verständlich für die Leser. Wenn Sie visuelle Elemente in Schritt-für-Schritt Anleitungen einfügen, werden wichtige Details kommuniziert, die in reinen Textanleitungen nicht vermittelt werden. Solche visuellen Elemente können Bilder, Screenshots, animierte GIFs, Vergleichstabellen oder Videos sein. Die Leser verstehen die Inhalte besser und die Illustrationen lockern den Text auf und machen die Anleitung ansprechender und leichter lesbar.

Technische Autoren bei Joyent erstellen Anleitungen und technische Videos für Zielgruppen mit unterschiedlichen technischen Voraussetzungen. Laien brauchen lückenlose Schritt-für-Schritt Anleitungen, damit eine technische Aufgabe anhand dieser Informationen korrekt und präzise erfüllt werden kann. Wenn Details fehlen, führt das zu Frustrationen oder gar zum vorzeitigen Abbruch der Aufgabe. Zu viele Details sind langweilig und machen Updates einer Anleitung zu aufwendig. Ein guter Kompromiss ist gefragt.

Wenn Sie komplexe Textpassagen mit einem Bild ersetzen, sparen Sie den Lesern Zeit und Energie. Die Lernenden wissen dann auch sofort, was in der Praxis zu erwarten ist. Zeigen Sie, was wichtig ist und sparen Sie sich lange Erklärungen.

Sie müssen kein technischer Autor sein, um präzise Prozessbeschreibungen schätzen zu können. Lesen Sie weiter, wenn Sie lernen wollen, wie Sie Anleitungen selbst zusammenstellen und Ihre Dokumente illustrieren können.

Wer ist Ihre Zielgruppe und Ihr Publikum?

Bevor Sie irgendwelche Inhalte produzieren, sollten Sie bedenken, wer die Anleitungen nutzen soll und welche Erwartungen diese Leser haben. Auch wenn Sie nie allen Erwartungen gerecht werden können, hilft es Ihnen, den richtigen Ton zu treffen. Später im Produktionsprozess werden Sie auch noch andere Entscheidungen treffen müssen, die je nach Zielgruppe unterschiedlich ausfallen werden.

Aktive Beteiligung der Zuhörer während einer Vorlesung

Beantworten Sie vor der Produktion die folgenden Fragen:

  • Sind meine Leser Experten? Haben die Leser diesen Prozess schon einmal durchgeführt, zumindest in ähnlichen Situationen?
  • Sind meine Leser interne Mitarbeiter oder externe Partner oder Kunden? Welche Formulierungen sind den Lesern im gleichen Unternehmen schon vertraut, sodass ich den Prozess noch besser erklären kann?
  • In welcher Stimmungslage befinden sich die Leser, wenn sie sich mit den Inhalten beschäftigen? Werden die Inhalte für Leute erstellt, die eine konkrete Aufgabe möglichst schnell erledigen müssen oder ist die Anleitung zur Aus- und Weiterbildung für künftige Aufgaben gedacht?
  • Was ist für die Leser besonders wichtig? Welche Details sind nicht so wichtig?
  • Welchen Lernstil bevorzugen meine Leser? Ist ein Blogbeitrag wirkungsvoller als ein Video? Gibt es dazu analytische Erkenntnisse aus der Vergangenheit?
  • Sind meine Leser Muttersprachler? Werden die Leser bestimmte Redewendungen verstehen oder werden diese den Lernprozess behindern und nur Verwirrung stiften?

Je besser Sie Ihre Leser kennen und Ihre Inhalte zielgruppengerecht gestalten, desto besser werden Ihre Materialien angenommen und die Leser werden auch neue Themenbeiträge gern anschauen.

So viele Details wie notwendig, so wenige wie möglich

Eine Vorbereitungsmethode ist eine zweispaltige Tabelle. Schreiben Sie in die erste Spalte alle einzelnen Arbeitsschritte, die zur Erfüllung einer Aufgabe notwendig sind. Die Beschreibung kann kurz und präzise sein (Beispiel: Bewerbung übermitteln) oder etwas länger und weniger genau (Beispiel: Füllen Sie den Rest des Formulars aus).

Notieren Sie in der zweiten Spalte, welche visuellen Elemente Sie zur Illustration nutzen wollen. Am Anfang reicht eine kurze Beschreibung, Sie brauchen nicht alle Illustrationen fertig zu haben. Bei schriftlichen Anleitungen muss auch nicht jeder einzelne Arbeitsschritt visualisiert werden. In einem Screencast ist das anders, dort sollten Sie möglichst keine leeren Stellen im Video haben.

Unten zeigen wir eine solche tabellarische Beispielgliederung. Zuerst wollen wir aber erklären, welche verschiedenen visuellen Hilfsmittel es gibt.

Verschiedene Illustrationsarten und deren Verwendung

Visuelle Elemente verbessern jede Prozessdarstellung. Je nach Verwendungszweck sollten Sie verschiedene Medien verwenden.

  • Stillbilder – Diese Bilder sind ideal, um ein physisches Produkt, eine Person oder ein besonderes Objekt zu zeigen. Sie können Fotos aus Bildarchiven oder eigene Fotos benutzen.
  • Screenshots – Aufnahmen aus dem Internet oder Schnappschüsse von Softwarefenstern zeigen genau, was Sie auf Ihrem Bildschirm sehen. Mit Snagit sind solche Screenshots leicht zu erfassen und zu bearbeiten.
  • GIFs – Animierte Bilder sind ideal, um kurze Prozesse (unter 8 Sekunden) zu erklären. Eine Texterklärung wäre viel komplizierter.
  • Grafiken – Balken-, Kreis-, Liniendiagramme, es gibt so viele verschiedenen Darstellungsarten! Diagramme illustrieren Zahlendaten sehr gut und sind perfekt, um verschiedene Datensets zu vergleichen.
  • Videos – Videos sind die beste visuelle Darstellungsmethode. Um technische Videos zu erstellen, ist ein wenig mehr Vorbereitung und Planung notwendig. TechSmith bietet eine Menge Praxistipps für Screencasts an.

Verwenden Sie ruhig verschiedene Arten von Medien in Ihren Anleitungen. Jede Art von Illustration hilft auf unterschiedliche Weise während der einzelnen Arbeitsschritte.

Beispielgliederung einer Schritt-für-Schritt Anleitung

Rezepte sind ein gutes Beispiel für Prozesse, bei denen es auf Präzision ankommt und Illustrationen sehr hilfreich sein können. Nehmen wir ein Kuchenrezept als Beispiel:

ARBEITSSCHRITTE ILLUSTRATIONEN
1. Stellen Sie alle Zutaten zusammen. Falls eine Zutat fehlt, besorgen Sie diese bevor Sie weitermachen. Bild der notwendigen Zutaten
2. Heizen Sie den Ofen auf 175 Grad Celcius vor.
3. Fetten Sie ein quadratisches Backblech ein. (22 cm x 22 cm).
4. Verühren Sie in einer mittelgroßen Schüssel Zucker und Butter zu einer Creme. GIF, die den Prozess zeigt
5. Schlagen Sie die Eier auf und fügen Sie eines nach dem anderen zur Mischung hinzu und rühren Sie die Eier ein.
6. Rühren Sie die Vanille ein.
7. Sieben Sie Mehl und Backpulver und mischen Sie es unter. Kleine Mehlklümpchen dürfen noch vorhanden sein. GIF, die das Sieben zeigt oder ein Foto des Teigs vor dem Zufügen der Milch
8. Rühren Sie die Milch ein, bis der Teig ganz geschmeidig ist. Foto des fertigen Teigs (eventuell neben dem Foto für Schritt 7)
9. Gießen oder löffeln Sie den Teig in die vorbereitete Backform.
10. Backen Sie den Kuchen 30 bis 40 Minuten im vorgeheizten Ofen. Der Kuchen ist fertig, wenn er oben eine goldbraune Farbe hat. Die Oberfläche sollte sich elastisch anfühlen. Foto des fertigen Kuchens

Wenn jeder Arbeitsschritt illustriert wäre, wäre das ein bisschen zu viel des Guten.

Die ausgewählten Bilder sind hilfreich, um Teilschritte zu illustrieren. Insbesondere das Bild in Schritt 7 ist wichtig. Die richtige Teigkonsistenz ist der entscheidende Faktor zum Erfolg, das wissen alle Kuchenbäcker. Eine genaue Textangabe, wie lange gerührt werden soll, wäre auch hilfreich. Jede zweite Seite sollte eine Illustration haben.

Nach der Gliederung sollten Sie die Illustrationen zusammenstellen. In diesem Beispiel könnten Sie einfach Fotos machen, wenn Sie das Rezept backen. Für andere Prozesse sind Archivfotos besser. Es gibt viele Websites, die Videos, GIFs und Stillbilder zur freien Verwendung anbieten.

Tests mit der Zielgruppe

Keine schriftliche Anleitung ist fertig, bis jemand aus der Zielgruppe sie gelesen und für gut befunden hat. Tester aus der Zielgruppe helfen Ihnen, Fehler aufzudecken, fehlende Zwischenschritte oder zusätzliche Illustrationen zu identifizieren.

Lassen Sie sich Feedback von Testern geben
Tester sollten Anleitungen ausprobieren

Fragen Sie einfach ein paar Leute, ob sie die Anleitung lesen und ausprobieren können. Bitten Sie die Tester sich genau an die Anweisungen zu halten. Jakob Nielsen stellte fest, dass fünf Tester ausreichen, um die meisten Fehlerquellen aufzudecken.

Testen ohne Moderierung

Für schnelle Ergebnisse und bei beschränktem Budget brauchen Sie speziell bei kleinen Projekten keinen Moderator. Es gibt verschiedene Tools, mit denen Sie präzisere Ergebnisse bekommen. Wenn Sie allerdings nur Feedback zu einem kleinen Prozess haben möchten, können Sie den Testern einfach ein Dokument mit einigen Fragen zur Beantwortung schicken.

Bitten Sie Ihre Tester sich Notizen zu machen, Fragen aufzuschreiben und Problembereiche im Prozess zu dokumentieren oder zu sagen, ob sie lieber eine detailliertere Anleitung benutzt hätten. Die Aufgabe sollte möglichst erfüllt werden können, bevor die Tester ihr Feedback geben.

Testen mit Moderierung

Der größte Vorteil von Tests, die mit Moderator durchgeführt werden, ist, dass Sie Ihre Testpersonen bei der Aufgabenerfüllung beobachten können und sehen, wo die Tester Probleme mit der Anleitung haben. Nehmen Sie solche Testsessions auf, um später alles in Ruhe noch einmal anzuschauen und mit Ihren Notizen zu vergleichen.

Stellen Sie während der Testsession immer wieder Fragen. Zum Beispiel:

  • Verstehen Sie, welche Aufgabe Sie erledigen sollen? Macht diese Aufgabenstellung Sinn?
  • Wie würden Sie diesen Prozess einfacher erledigen können?
  • Haben die Illustrationen Ihnen geholfen, zu verstehen was gemacht werden soll?
  • Hätten Sie sich mehr Illustrationen gewünscht?

Schlußbemerkung

Sie wissen jetzt, dass Sie Ihre Schritt-für-Schritt Anleitungen mit Illustrationen verbessern können. Erfahrung macht den Meister. Hören Sie auf Ihre Tester und lernen Sie aus Ihren Fehlern.

Haben Sie noch andere Methoden oder Tipps zum Einfügen von visuellen Elementen in Anleitungen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Wir stellen vor:

Alexandra ist Dokumentationslektorin bei Joyent. Sie macht komplizierte technische Themen auch für Laien transparent und verständlich. Sie ist Marketingmanagerin und Webentwicklerin und hat auch einmal ein Social Media Praktikum bei TechSmith gemacht. Sie glaubt an den Einfluss starker Frauen in der Technikbranche. Folgen Sie Alexandra auf Twitter für strategische Tipps und Gedanken zur Gleichberechtigung: @heyawhite.

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