Willkommen beim TechSmith-Blog

Tipps, Trends und Strategien rund um die Wissensvermittlung mit visuellen Elementen und Videos

4 Arten von Lernvideos

Videos sind ideale Medien zum Lernen und für die Vermittlung von Fachwissen. Vor der Erstellung eines Videos, sollten Sie...

Videos sind ideale Medien zum Lernen und für die Vermittlung von Fachwissen. Vor der Erstellung eines Videos, sollten Sie allerdings entscheiden, welche Art von Lernvideos Sie erstellen wollen.

Die internen oder externen Zuschauer, für die Ihr Video gedacht ist, haben wahrscheinlich bestimmte Erwartungen – nicht nur zum Inhalt sondern auch was die Weitergabeoptionen angeht. Sie sollten vorab wissen, wie diese Erwartungen aussehen, damit Ihr Video von der Zielgruppe auch gut angenommen und angeschaut wird.

Denken Sie auch darüber nach, welche Lernziele realisiert werden sollen. Was soll mit dem Training erreicht werden? Ist die Zielsetzung des Videos, die Zuschauer zu inspirieren, zu überzeugen, Wissen aufzufrischen oder etwas Neues vorzustellen? Wir unterscheiden hier zwischen vier typische Grundformen von Lernvideos:

  • Screencasts
  • Animationen
  • Interviews
  • Berichte & Geschichten

Screencasts

Ein Screencast ist eine Videoaufnahme von Bildschirmaktivitäten. Diese Art von Video ist ideal, wenn Sie eine Computerfunktion oder ein Softwareprogramm erklären wollen. Screencasts können Musik, gesprochene Kommentare, animierte Texte und Grafikelemente enthalten oder einfach nur zeigen, was auf dem Bildschirm gemacht wird. Wenn das Lernziel ist, den Zuschauern eine bestimmte technische Aufgabe zu erklären, dann sollten Sie einen Screencast erstellen.

Trainer ergänzen Screencasts oft mit Webkameravideo. Auf diese Weise sehen die Zuschauer, wer da spricht und die Lernsituation wird persönlicher. Nach einer kurzen Vorstellung wird dann auf den Screencast mit den Bildschirmaktivitäten gewechselt.

Bewährte Praxistipps für gute Screencasts

Für Lernvideos sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Vermeiden Sie Informationsüberlastung. Wenn Sie Musik, Kommentare, Bildschirmvideo und animierte Callouts alle gleichzeitig verwenden, wird der Zuschauer nur vom Wesentlichen abgelenkt. Man nennt das kognitive Überbelastung. Ein Audiokanal und ein visueller Inhalt gilt als optimale Kombination zum Lernen.
  • Konsistentes Design. Wenn Sie eine Videoserie erstellen, sollten Sie auf ein konsistentes Erscheinungsbild achten. Beispiele: Markieren Sie den Cursor auf die gleiche Weise, benutzen Sie einen einheitlichen Vorspann und verwenden Sie eventuell auch das gleiche Stimmtalent für die Audioaufnahmen.
  • Üben, üben, und noch mehr üben. Was oft geübt wurde, geht leichter von der Hand. Ruhige, gezielte Cursorbewegungen brauchen ein wenig Praxis. Es lohnt sich, die beste Position der Browser- und Programmfenster vor der eigentlichen Aufnahme auszuprobieren.
  • Machen Sie mehrere Aufnahmen. Spielen Sie die Aufnahmen nach der Produktion ab, um zu sehen was noch verbessert werden kann. Kleine Fehler können Sie im nächsten Versuch korrigieren. Am Ende bekommen Sie so eine wirklich professionelle Videosequenz.
  • Geduld zahlt sich aus. Um ein einminütiges Video zu produzieren, braucht ein Anfänger eine halbe Stunde oder länger, bis alles perfekt aussieht. Lassen Sie sich Zeit für extra Aufnahmen.
  • Vorbereitung der Aufnahme. Programme wie Camtasia und Snagit nehmen alles auf Ihrem Bildschirm auf. Entfernen oder schließen Sie alle überflüssigen Icons, Programme, Ordner und Symbolleisten, die in der Aufnahme nichts verloren haben. Ein einfacher Desktophintergrund ist besser als ein unruhiges Design. Eine volle Arbeitsfläche lenkt von den eigentlichen Lerninhalten ab.
  • Normale Cursorbewegungen können in einer Bildschirmaufnahme ruckelig, zögerlich oder zu schnell wirken. Üben Sie langsame, aber flüssige Mausbewegungen. Machen Sie eine kurze Pause, bevor Sie auf eine Schaltfläche klicken. So wird die Cursorposition für die Zuschauer klar erkennbar, bevor die nächste Aktion passiert.

Animationen

Es gibt verschiedene Arten von Animationen, die das Lernen unterstützen. Mit Programmen wie GoAnimate oder iClone können Sie schnell bestimmte Szenarien mit festgelegten Kartoon-Charakteren zusammenstellen. Das ist allerdings nicht die beste Art von Animationen, wenn es ums Lernen geht. Echte Schauspieler, die Szenen in realen Umfeldern vorführen, sind zur Darstellung von Lerninhalten oft effizienter. Wenn Sie allerdings keine Schauspieler zur Hand haben oder keine Zeit für Dreharbeiten haben, dann sind diese Drag & Drop Programme eine einfache Alternative, um animierte Szenarien zu gestalten.

Zwei weitere Animationstypen sind sehr beliebt für Lern- und Trainingsvideos: Whiteboard-Animationen und animierte Infografiken. Eine Whiteboard-Animation nimmt auf, wie ein Künstler ein kreatives Storyboard auf ein Whiteboard zeichnet. Oft wird dabei auch eine Audiolektion oder eine Rede hinterlegt. Es ensteht eine audiovisuelle Lernhilfe.

Wenn Sie eine Audioaufnahme in ein Video umwandeln sollen, dann ist eine Whiteboard-Animation eine mögliche Lösung. Sie können Programme wie VideoScribe benutzen, um die Zeichnung zu automatisieren, oder Sie lassen einen Künstler individuelle Zeichnungen erstellen.

Wenn Sie ein Video über Themen wie Logistik, Berichterstellungsmethoden oder Datenanalyse machen sollen, sind animierte Infografiken eine gute Alternative. Infografiken sind ohnehin schon informativ und ergänzen Textinformationen, aber eine animierte Infografik kann Informationen noch besser illustrieren. Ein Kommentar ist eine gute Ergänzung zu einer animierten Infografik. Hier ein Beispiel:

Können Sie das eingebettete Video nicht sehen? Hier das Video „Innovating for Success“ auf YouTube

Interviews

Manchmal arbeiten Ausbilder und Trainer mit einem SME (Subject Matter Expert  = Fachexperten) zusammen, um vorab Informationen zu einem bestimmten Video zu sammeln. Statt die Fachinformationen aus zweiter Hand zu präsentieren, können Sie den Experten im Interview zeigen. Das hat sowohl psychologische als auch emotionale Vorteile. Wenn ein solches Interview gut gemacht wird, werden dabei – neben den Fakten – auch Aufrichtigkeit, Expertise, persönliches Engagement und individuelle Motivation vermittelt. Wer könnte Unternehmenswerte oder eine Unternehmensvision besser präsentieren als die Komiteemitglieder oder die Top-Manager?

Interviews - LernvideosIn einem Videointerview ist es sehr wichtig, eine persönliche Bindung zwischen Zuschauern und dem Interviewpartner zu schaffen. Sie wollen das ehrliche Interesse am Thema glaubhaft machen. Diese Art Interview ist aus diesem Grund etwas schwieriger, aber die Resultate sind sehr überzeugend. Mit einem solchen Interview können Sie strategische Zielsetzungen und visionäre Entwicklungen gut verdeutlichen, Verständnis wecken und eine emotionale Bindung zu komplexen Ideen herstellen.

Bei dieser Art von Video hat der Trainer die Aufgabe, das Interview zu steuern. Er muss nicht unbedingt vor der Kamera auftreten oder die Fragen stellen, aber er sollte bestimmen, in welche Richtung das Gespräch geht. Man sollte einen Experten wählen, der nicht nur Fachwissen demonstriert, sondern sich auch für sein Thema begeistert. Die Rolle des Interviewers ist, die Expertise und die Begeisterung des Fachexperten im Gespräch herauszulocken. Es steckt eine Menge Vorbereitung in Videointerviews, die wirklich gute Videos werden sollen. Dieser fantastische Kurs von der Muse Storytelling Group ist ein sehr guter Einstieg für alle, die sich für diese Art Videos interessieren: https://musestorytelling.org/interviews

Die Kunst, Geschichten zu erzählen

Geschichten zu erzählen ist eine besondere Kunst, die aus gutem Grund im Trend liegt! Menschen lieben Geschichten. Wenn Sie Menschen für eine Geschichte begeistern können, dann haben Sie Gelegenheit das Leben dieser Menschen in gewisser Weise zu beeinflussen. Menschen, die ein bestimmtes Thema uninteressant oder langweilig finden, ändern diese Einstellung eventuell aufgrund einer gut erzählten Geschichte. Das ist Ihre Chance!

Das folgende Video ist ein sehr gutes Beispiel, wie das (langweilige) Thema Arbeitssicherheit mit einer guten Geschichte spannend und interessant gemacht wurde. Statt im Detail aufzulisten, wie die Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden, wird erzählt, wie ein von allen geschätzter und beliebter Mann aufgrund seiner eigenen Disziplin und Achtsamkeit in einem sehr gefährlichen Beruf viele Jahre lang erfolgreich und unfallfrei gearbeitet hat. Lernen Sie Jim Bassett kennen:

Können Sie das eingebettete Video nicht sehen? Hier Jim Bassett auf YouTube

War das nicht eine emotional ansprechende Geschichte? Das trockene Thema „Sicherheit am Arbeitsplatz“ wird plötzlich interessant und relevant, weil es mit einer beeindruckenden persönlichen Geschichte verknüpft wird. Die praktischen Sicherheitstipps könnten Sie in einem zweiten Video behandeln. Das erste Video bestimmt die Grundeinstellungen der Lernenden zum Thema. Eine positive Einstellung ist die Voraussetzung zum Lernerfolg der Auszubildenden.

Individuelle Vorlieben

Machen Sie nicht nur die Art von Videos, die Ihnen persönlich am meisten liegen. Stellen Sie sich der Herausforderung und machen Sie ein Video, das der Zielsetzung und dem Publikum am besten entspricht. Ihre Videolösung ist vielleicht eine Mischung der hier vorgestellten Formen oder eine eigene Videoform, die hier noch nicht behandelt wurde. Arbeiten Sie im Team, bleiben Sie realistisch und dokumentieren Sie die eigenen Erfahrungen. Treffen Sie gut informierte Entscheidungen, wenn es um die Auswahl des Videotyps geht.

Wollen Sie eigene Lernvideos erstellen?

TechSmith macht den Einstieg leicht. Probieren Sie die kostenlose Testversion von Camtasia und erstellen Sie Ihre eigenen Lernvideos.

Abonnieren Sie den Newsletter von TechSmith

Machen Sie es wie mehr als 200.000 andere Benutzer, die jeden Monat Tipps und Rat von Experten in ihrem Posteingang finden.

Abonnieren